Biochip für Schweine – federleichtes Gestrick und Gefällt‐mir‐Sticker
24.06.11 12:25
Innovative Produkte und Dienstleistungen beim Ideenwettbewerbs Scidea 2011 gekürt.
Eine Expertenjury kürte am Abend des 23. Juni 2011 im Händel‐Haus Halle zum Abschluss des Ideenwettbewerbs Scidea 2011 fünf kreative Ideengeber aus der Wissenschaft. Die Studierenden, Absolventen und Wissenschaftler aus den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Sachsen‐Anhalt wurden mit Preisgeldern im Gesamtwert von 2.750 Euro prämiert. Aufgerufen zum Wettbewerb hatte das Hochschulgründernetzwerk Sachsen‐Anhalt Süd, das Akademiker bei der Gründung unterstützt. Eröffnet wurde die Prämierungsveranstaltung von Marco Tullner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen‐Anhalt. Anschließend begrüßte Dr. Martin Hecht, Kanzler der Martin‐Luther‐Universität Halle‐Wittenberg, die Gäste – darunter die innovativen Ideenträger, Gründungsinteressierte und Gründer, Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Sponsoren und Partner des Netzwerkes.
Die Preisträger des Ideenwettbewerbs Scidea 2011
Mit dem „Sonderpreis Forscher“ im Wert von 1.000 Euro, gesponsert von der Sparkassenbeteiligungsgesellschaft Sachsen Anhalt mbH, wurde das Ideenpapier von Dr. Jana und Dr. Jan Heise, Wissenschaftler und Absolventen der Martin‐Luther‐Universität Halle‐Wittenberg sowie von Dr. Daniel Mörlein, Wissenschaftler an der Georg‐August‐Universität Göttingen, ausgezeichnet.
Die Preisträger Dr. Jana Heise und Dr. Jan Heise
Ihre eingereichte Idee beschreibt einen Biochip für Schlachthöfe, mit dem zukünftig die Qualität von Schweinefleisch online überprüft werden kann. „PIGchip“ heißt das Verfahren, das auf einem schnellen und kostengünstigen, automatisierten Bluttest während der Schlachtung basiert. Durch PIGchip kann auf die äußerst schmerzhafte Kastration von männlichen Ferkeln verzichtet werden, da es den Schlachthöfen die Möglichkeit bietet, automatisiert und zuverlässig die wenigen unkastrierten Eber, die geruchsauffällig sind („Stinker“), am Schlachtband zu identifizieren und zu für den Verbraucher unproblematischen Produkten zu verarbeiten.
In der Kategorie „Innovatives Produkt“ überzeugte das Team „Tyewear“ um Anne Trautwein. Sie erhielten den ersten, mit 500 Euro dotierten, Preis, gesponsert von der BIO Mitteldeutschland GmbH.
Die Preisträgerin Anne Trautwein und Dr. Ulrich Pigla
Die Absolventin der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und ihre Teamkollegen Jens Reindl und Patrick Heypeter haben die Idee, das Geotextil Tyvek in Bekleidung einzusetzen. Das papierartige Funktionstextil besteht aus thermisch verschweißten, atmungsaktiven Polyethylen‐Spinnfasern, welche so fein sind, dass sie nicht spürbar sind. Das weiche, federleichte, grobmaschige Gestrick ist besonders für Menschen mit empfindlicher Haut eine Alternative, aber auch für Freizeitsportler attraktiv; perspektivisch ist das Textil sogar im medizinischen Bereich anwendbar.
Anne Trautwein ist nach der erfolgreichen Teilnahme am Ideenwettbewerb Scidea optimistisch, dass die erste Produktreihe noch Ende des Jahres vom Band läuft.
Den ersten, mit einem Preisgeld von 500 Euro dotierten Platz in der Kategorie „Innovative Dienstleistung“, belegten Mirko Kisser, Jan Kursawe und Tim Friedrich von der Martin‐Luther‐Universität Halle‐Wittenberg (MLU). Mit „i‐like.mobi“ wollen sie die Lücke zwischen realer und vernetzter digitaler Welt schließen und dank mobilem Internet und QR‐Codes jeden erdenklichen Gegenstand in Facebook präsent machen. Gesponsert wurde der Preis von den Stadtwerken Halle GmbH im Rahmen der privilegierten Partnerschaft mit der MLU.
Der Preisträger Mirko Kisser
Weiterhin wurde ein zweiter Preis in der Kategorie „Innovatives Produkt“, im Wert von 300 Euro, an die Ideenträger des Projekts „Traumpfade“ von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle verliehen. Sie haben interaktiv leuchtende Bodenplatten entwickelt. Der dritte Preis in dieser Kategorie, dotiert mit 200 Euro, ging an zwei Wissenschaftler des Helmholtz‐Zentrums für Umweltforschung Leipzig. Sonja Hahn‐Tomer und Dr. Konrad Siegfried haben mit ARSOlux ein Verfahren entwickelt, mit dem zuverlässig, schnell und preiswert kritische Arsenbelastungen im Grundwasser erfasst werden können. Beide Preise wurden gesponsert von der BIO Mitteldeutschland GmbH.
Den Publikumspreis in Höhe von 250 Euro, gesponsert von der Stadtwerke Halle GmbH, erhielten Franziska Kolb und Christin Raschke für ihre Idee „Liebding“. Jeder der 80 geladenen Gäste der Abendveranstaltung hatte dazu die Möglichkeit, per Stimmzettelwahl für eines der im Foyer des Händel‐Hauses ausgestellten Ideenpapiere zu voten.
Hier gibt es noch mehr Informationen, Reaktionen der Gewinner sowie Impressionen zur Prämierungsveranstaltung des Ideenwettbewerbs Scidea 2011.















































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