Januar 2011: Uta Guse Consulting

Uta Guse
Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: A. Lacroix

Uta Guse ist ein optimistischer Mensch und überträgt ihre positive Energie in kürzester Zeit auf ihren Gegenüber. „Ich spreche die Sprache der Unternehmen“, meint die Gründerin überzeugend und verweist auf berufliche Erfahrungen und Kompetenzen, die ihr nun im eigenen Unternehmen nützlich sein werden. Uta Guse bringt Praxiswissen aus mehr als 12 Jahren in der Unternehmenswelt mit. Sie hat einen Abschluss als Wirtschaftsingenieurin (FH) sowie einen Master im Personalwesen (M.A. in HRM) und eine abgeschlossene Ausbildung als Systemischer Berater. Zudem war sie im In- und Ausland für Unternehmen der Chemie- und Automobilindustrie überwiegend im Personalwesen tätig. Darüber hinaus führte sie Teamworkshops und Beratungen auch in Non-Profit-Bereichen durch.

Auf dem Weg in die Selbständigkeit suchte sie sich Unterstützung bei dem Hochschulgründernetzwerk. Seit einigen Wochen bietet Uta Guse nun Leistungen in den Bereichen Coaching, Training und Consulting für Privat- und Geschäftskunden – einschließlich global agierender Firmen an. Sie begleitet Führungskräfte in bei der Entwicklung persönlicher Führungskompetenzen und der Organisationsentwicklung. Weiterhin bietet sie global agierenden Klienten Trainings und Coaching rund um das Thema interkulturelle Kompetenzen an. Aufgrund ihrer zahlreichen Auslandsaufenthalte durch Berufstätigkeit und Studium und ihrer Arbeit in multikulturellen Teams spricht Uta Guse fließend Englisch und kann ihre Leistungen auch in englischer Sprache anbieten. Uta Guse hat eine Coaching-Ausbildung mit CoachU absolviert (eine anerkannte Tochter der internationalen Coaching-Vereinigung ICF) und ist lizenziert als KTC-Berater (Kollegiales Team Coaching) und als Trainerin in „Coaching across cultures“.

Mein Tipp für andere angehende Gründer: ."An sich selber zu glauben – dieses Bild überträgt sich auch auf Kontakte  und potenzielle Kunden und das erzeugt Interesse."

Ihrem ersten Geschäftsjahr 2011 sieht die zielstrebige Gründerin positiv entgegen. Erste Aufträge habe sie schon, in zwei Jahren möchte sie ein anerkannter und gefragter Partner am Markt sein, mit guten Netzwerken und einem klaren Portfolio.. „Da ich mich selbst als Person verkaufe, sind persönliche Kontakte und Weiterempfehlungen sehr wichtig für mich und mein Geschäft“, sagt die Jungunternehmerin. Ebenso bedeutend sind für sie Spaß an der Arbeit und echtes Interesse am Gegenüber. Frisches Denken und Wege zu finden, Dinge besser zu machen ist das Credo der Gründerin, das sie auch auf ihre Kunden übertragen möchte.

Weitere Informationen unter www.consulting-guse.com.

Mehr über Uta Guse und ihre Angebote finden Interessierte zudem auf ihrem Profil bei Xing und bei LinkedIn.com.

Februar 2011: Dr. Nicole Meier

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: A. Lacroix

Hoch konzentriert, fast meditativ, führt Dr. Nicole Meier die langsamen, fließenden Bewegungen aus. Es scheint, als kommuniziere sie mit einem fiktiven Gegner, dann ist sie wieder ganz bei sich selbst. Innere Ruhe und Ausgeglichenheit, aber auch Kraft und Durchsetzungswille strahlt sie während der Übung, die einer Choreographie gleicht, aus. Tai Chi Chuan heißt die chinesische Kampfkunst, die Dr. Nicole Meier seit mittlerweile zehn Jahren leidenschaftlich praktiziert und seit  2005 als Lehrassistentin, seit  2010 als autorisierte Lehrerin des authentischen Yang-Stils an Schüler vermittelt. Im Oktober 2010 gründete sie eine eigene Schule, die ITCCA Halle. Der Verband ITCCA (International Tai Chi Chuan Association) steht für strenge Qualitätsvorgaben bei  der Ausbildung und Zulassung von Tai-Chi-Lehrern – mehr als 1000 Kursstunden musste Nicole Meier vor der Prüfung vorweisen, jährlich  wird sie auf ihre Eignung wiederholt geprüft. In zwei Jahren soll ihre Schule in Halle etabliert sein und „ein eigenes Zuhause“ haben, blickt die zierliche Frau mit dem entschiedenen Blick und dem warmen Lächeln optimistisch in die Zukunft. Derzeit finden die ihre Kurse in verschiedenen angemieteten Räumen in der Saalestadt statt.

 

Noch kann die promovierte Politikwissenschaftlerin, die zusätzlich als Dozentin für ihr Fachgebiet an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg lehrt, nicht allein von ihrem Tai-Chi-Chuan-Unterricht leben. Doch die junge Unternehmerin, die vom Hochschulgründernetzwerk unter anderem bei der Erstellung ihres Geschäftsplans unterstützt wurde, hat einiges vor. Zwei Kurse, für Fortgeschrittene und Einsteiger, bietet Dr. Nicole Meier derzeit an, stetig möchte sie ihr Angebot erweitern und bis Jahresende fünf fortlaufende Kurse etablieren.

Mein Tipp für angehende Gründer: Ein Erfolgstagebuch schreiben, vor allem mit Informationen dazu, was man für diesen Erfolg getan hat. Da kann man sich Motivation holen, wenn es mal nicht so gut läuft und vor allem entwickelt man ein eigenes Handbuch erfolgreicher Methoden und Wege. Eine eigene Unternehmung folgt selten den Musterbeispielen aus Lehrbüchern.

In ihren Tai-Chi-Kursen erlernen die Teilnehmer nicht nur die Bewegungsabläufe des Yang-Stils, die in fortlaufenden Kursen vertieft und später um Schwert und Säbel ergänzt werden, sondern auch gezielt Muskeln zu trainieren und damit beispielsweise Rückenschmerzen zu lindern. Ursprünglich war Tai Chi (Kurzform von Tai Chi Chuan) eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung, heutzutage ist insbesondere in den westlichen Ländern der Gesundheitsaspekt immer weiter in den Vordergrund gerückt. Sinn von Tai Chi ist nicht die rohe Kraft, sondern ein besonders feines und graziles Bewegungstraining. „Egal ob jung oder alt, krank oder gesund, Tai-Chi tut allen Leuten gut“ versichert Dr. Nicole Meier.  Auch die meisten Krankenkassen sehen das so und erkennen Tai Chi als gesundheitliche Prävention an. Teilnehmer an Tai-Chi- Anfängerkursen können sich auf Antrag einen Teil der Kosten zurückerstatten lassen.

Frei nach dem Lebensmotto von Dr. Nicole Meier „Fang an zu tanzen, die Musik setzt schon irgendwann ein“, sollten sich Interessierte baldigst für den am 3. Februar 2011 startenden wöchentlichen Einsteigerkurs anmelden - immer donnerstags 20 Uhr, in den Räumen des Shorai-Do-Kempo, Böckstraße 9/HH, im Paulusviertel in Halle. Die erste Kursstunde kann noch als kostenlose Probestunde genutzt werden, dann fallen für den zehnwöchigen Kurs 100 Euro (75,- Euro für Nicht-Verdienende) an.

Anmeldung und weitere Informationen unter www.taichi-halle.de/.

März 2011: PolyNature GmbH

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: A. Lacroix

Als herausragendes Beispiel für Zukunftsfähigkeit, Mut, Engagement und Kreativität wurden die beiden Gründer der PolyNature GmbH (bisher unter dem Namen Protein2Plastix bekannt) jüngst im bundesweiten Wettbewerb „Land der Ideen 2011“ ausgezeichnet. Sie dürfen sich nun ein Jahr lang zu den „365 ausgewählten Orten im Land der Ideen“ zählen. Der Ort, an dem die Bioingenieurin Isabell Stolte und der Wirtschaftsingenieur Dr. Patrick Frohberg meist weit mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten und sich verwirklichen, sind Büro- und Laborräume auf dem Weinberg Campus in Halle.

Dort entwickeln, produzieren und vertreiben die beiden Absolventen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg biobasierte Kunststoffe auf Basis von Proteinen.  Diese bestehen zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und sind rückstandsfrei biologisch abbau- und kompostierbar. Außerdem sind die Folien ungiftig, ernährungsphysiologisch unbedenklich und essbar.

Über die Auszeichnung "Ort im Land der Ideen", die ihnen im Sommer dieses Jahres in Form einer Urkunden feierlich überreicht wird, freut sich das junge Unternehmerteam ganz besonders: „Wir erhalten damit nicht nur große bundesweite Aufmerksamkeit, sondern können die Gesellschaft für das wichtige Thema Nachhaltigkeit und kompostierbare Materialien sensibilisieren. Außerdem hoffen wir durch mehr Öffentlichkeit Investoren zu finden, die unsere Arbeit unterstützen“, sagt Gründerin Isabell Stolte. Auf ihrem Weg zur Unternehmensgründung wurden sie vom Hochschulgründernetzwerk Sachsen-Anhalt Süd unterstützt. Mit der einjährigen Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, dem EXIST-Gründerstipendium, konnten die Absolventen aus ihrer Geschäftsidee einen konkreten Geschäftsplan entwickeln, den sie heute erfolgreich umsetzen.

Anwendungen finden die Produkte von PolyNature, zu denen multifunktionale Agrarfolie, Saatband, Spezialfolien und Proteinbeschichtungen zählen, in der Landwirtschaft und im Gartenbau, in der Lebensmittelindustrie, im Tierfutterbereich sowie in der Naturkosmetik. Der Vorteil der von PolyNature entwickelten Biofolien ist, dass die Folieneigenschaften ganz gezielt und je nach Wunsch des Kunden, beispielsweise in Bezug auf die mechanische Leistungsfähigkeit, die Farbe oder Form, einstellbar sind. So können beispielsweise in agrarwirtschaftliche Mulchfolien oder in Saatbänder für den Gartenbedarf gezielt Düngemittel und Substanzen für den Pflanzenschutz und die Schädlingsbekämpfung integriert werden, die anschließend zeitlich gesteuert während des Einsatzes abgegeben werden und ihre Wirkung entfalten.

Mit bedarfsgerechten Produkten wie diesen grenzen sich die Hallenser deutlich von anderen Anbietern für Biofolien ab. Neben der Herstellung der biobasierten Kunststoffe bieten die jungen Unternehmer zudem produktbegleitende Dienstleistungen in Form von Kundenservice und Beratung entlang der angebotenen Produktpalette an. Unter dem Dach der „PolyNature Labs“ wollen die beiden Ingenieure außerdem die ganzheitliche Konzeptionierung individueller Problemstellungen der Verfahrenstechnik, von Produktneuentwicklungen sowie die anwendungsorientierte Optimierung von Produkteigenschaften anbieten.

 

Unser Tipp für angehende Gründer: Bei einer Gründung sollte man von Beginn an marktwirtschaftlich und nicht forschungsorientiert denken. Wichtig ist auch, frühzeitig Kontakte zu potenziellen Kunden aufzunehmen, auch wenn das Produkt noch nicht ausgereift ist. Sehr hilfreich ist die Unterstützung von Initiativen wie dem Hochschulgründernetzwerk mit Beratungen und Seminaren zu unternehmensrelevanten Themen wie Marketing, Buchführung, oder Akquise.

Der nächste Meilenstein in der Zukunftsplanung der Hallenser Forscher ist die Entwicklung eigener Produktneuheiten. Den Fokus richten sie dabei auf wachstums- und renditestarke Märkte wie beispielsweise die Naturkosmetik. In zwei Jahren ist eine Auslandsexpansion des Geschäftszweiges Agrarprodukte (Landwirtschaftsfolien) geplant, voraussichtlich in Spanien und den Niederlanden. Ein Vertriebsexperte soll das Team zukünftig verstärken und den Absatz der Produkte ankurbeln. Neben dem Vertrieb ihrer Produkte über Großhändler soll der Verkauf über den eigenen Onlineshop erweitert und das B2B-Portal auf der Unternehmenswebseite für den Geschäftskundenhandel  ausgebaut werden.

 

Weitere Informationen unter www.polynature.de.

April 2011: ackermann - marketingrelevante darstellungen

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: J. Kühl + A. Lacroix

Mittlerweile hat er gut Lachen. Entspannt sitzt der Gründer des Monats, Daniel Ackermann, in der warmen Aprilsonne und erzählt mit einer gesunden Portion Ironie von seinen bisherigen Erfahrungen als Gründer. Von Ämtern, Versicherungen, Formularen und Formalitäten versteht er heute mehr als er je gedacht hätte.

Nach seinem Abschluss als Diplom-Designer an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, mit Spezialisierung im Bereich Multimedia/VR-Design, lernte er bereits bei der Mitgründung der Aromicon GmbH im Jahr 2008, was alles zur Selbstständigkeit gehört. Aromicon betreibt ein Internetportal, das Geschmack von Weinen visualisiert -  eine Geschmackssuchmaschine für Wein also. Aus der Arbeit bei Aromicon, wo er nach wie vor tätig ist, hat er nun ein neues Geschäftsfeld entwickelt. Unter dem Label „ackermann - marketingrelevante darstellungen“ erstellt er für Kunden aus den Bereichen Architektur, Bauplanung, Ingenieurdienstleistung, Medizin- und Medizintechnik sowie aus der Unterhaltungsindustrie Bild- und Filmmaterial, die sie für die Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen einsetzen können. Dabei hat er sich insbesondere auf die 3D-Visualisierung und Realtime-Darstellung spezialisiert. So setzt er beispielsweise Bürogebäude im 3D-Modell in Szene oder gibt zahnmedizinischen Geräten oder Nano-Strukturen eine Gestalt. Auch die Visualisierung des IBA2010-Projekts Salineinsel in Halle zählt zu seinen Referenzobjekten.

Bevor der 37-Jährige die virtuellen Bilder mit einer speziellen Software entwickelt, beschäftigt er sich intensiv mit dem Produkt und entwickelt, gemeinsam mit den jeweiligen Fachexperten und Kunden, Lösungskonzeptionen. Die Beratung  von Unternehmen beim Einsatz elektronischer und traditioneller Präsentationsmethoden gehört ebenso zu seinen Leistungen. Gerade die Bandbreite der Aufträge und Kundenwünsche und die damit verbundenen Herausforderungen schätzt Daniel Ackermann an seinem Beruf. Für ihn war die Entscheidung eine eigene Firma zu gründen, genau die richtige. Perspektivisch möchte er, gefestigt in einem Netzwerk von Kunden und einigen Mitarbeitern, Visualisierungen in allen Bereichen marketingrelevanter Darstellungen anbieten. Nach vorne schauen und dabei das Hier und Jetzt nicht vergessen ist die Devise des Jungunternehmers, der zusätzlich als Dozent an der Kunsthochschule und der Martin-Luther-Universität in Halle lehrt.

Mein Tipp für angehende Gründer: Für junge Gründer ist es wichtig, frühzeitig einen Steuerberater einzubinden, der einem bei seinen Geschäften zur Seite steht.

Damals wie heute setzt er bei seinem Gründungsvorhaben auf die Unterstützung des Hochschulgründernetzwerks Sachsen-Anhalt Süd. Nicht nur durch die Teilnahme an verschiedenen Workshops und Seminaren zum Thema Gründung, sondern auch die persönliche Betreuung durch einen Gründungsberater und die Vermittlung von Kontakten waren für den Designer bei der Gründung hilfreich.

Mai 2011: Hermann Hetzer - Vireo

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: M. Boddin

Die Nachfrage nach grünen Produkten steigt zusehends, neue Märkte befinden sich im Entstehen. Der strategische Konsum geht nun über die Bio-Lebensmittel hinaus und erfasst neue Segmente wie Eco-Fashion, Ökotourismus oder grüne Investmentmöglichkeiten als Alternativen zum herkömmlichen Konsum. Das Gründerteam um Hermann Hetzer schließt mit seinem Onlineversand „Vireo“ (lat. „begrünen“) die Lücke für umweltfreundliche Produkte in den Bereichen Elektronik und Spielzeug. Darüber hinaus besteht „Vireos“ Firmenphilosophie nicht nur daraus, Produkte zu verkaufen, sondern die Idee eines grünen Geschäftsmodells ohne erhobenen Zeigefinger zu transportieren. Hundertprozentig abbaubare Verpackungen, Werbung ohne ökologischen Rucksack, CO2 neutraler Versand oder eine ethisch-ökologische Direktbank machen „Vireo“ zu einem glaubwürdigen grünen Unternehmen.
Hermann Hetzer, Gründer von „Vireo“, schloss in Halle sein IKEAS Studium mit dem Bachelor ab und siedelte sich und sein junges Unternehmen, nach einem kurzen Abstecher nach München, in Merseburg an. Sowohl beruflich als auch privat boten sich für ihn dort die besseren Strukturen und so entwickelte sich aus dem Start, der aus einem 15 Euro Baumarkt-Regal als Warenlager und einer Produktpalette von ganzen zwei Produkten bestand, schnell ein Onlineshop mit inzwischen über 250 Produkten und einem vierköpfigen
Team.

Dieses hat sich zum Ziel gesetzt gute Produkte mit Nachhaltigkeitsstrategie zu verkaufen. Das Konzept ist im Bereich des E-Business mit grüner Elektronik im deutschen Markt einzigartig. Zusätzlich zu dem Vertrieb über den eigenen Onlineshop bietet „Vireo“ seine Produkte auch auf Plattformen wie Ebay, Tradoria und demnächst auch auf Avocadostore.com an. Neben dem virtuellen Markt, ist Hermann Hetzter aber auch der persönlich Kundenkontakt auf Messen und Märkten sehr wichtig. So war „Vireo“ in diesem Jahr bereits auf der „Saalebau 2011“ in Halle, auf dem „Heldenmarkt“ sowie der „Messe für nachhaltigen Konsum“ in Berlin vertreten. In den nächsten Monaten trifft man das Team um Hermann Hetzter außerdem auf der „Woche der Sonne“ auf dem Hallenser Markt (11. Mai), dem „Klimaschutzfestival“ in Berlin (4. Juni) sowie dem „Umweltfestival am Brandenburger Tor“ (5. Juni) an.
Um als Unternehmen weiter zu wachsen und die Produktpalette von „Vireo“ um zahlreiche innovative Produkte zu ergänzen, steht in naher Zukunft eine Anschubfinanzierung an. Außerdem soll künftig der Fokus verstärkt auf das Marketing gerichtet werden. So ist "Vireo" derzeit auch auf der Suche nach zwei Praktikanten für den Bereich Mediendesign und Marketing/Management. Mit der Mentalität „Wer nichts macht, kann auch nichts falsch machen“ kann Hermann Hetzer wenig anfangen.

Seine Maxime als junger Unternehmer lautet „Probieren geht über Studieren“.

Er bereut keinen einzigen Schritt, den er bisher auf seinem Gründungsweg zurückgelegt hat. Und der Erfolg gibt ihm recht - neben dem inzwischen gut laufenden Onlinehandel kann Hetzer auf zahlreiche Auszeichnungen, wie den 1. Platz in der Kategorie Technologie beim Businessplanwettbewerb Sachsen-Anhalt, verweisen.

www.vireo.de

Juni 2011: Infratix GmbH

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: A. Lacroix

Ob Datensicherung, maßgeschneiderte Softwarelösungen oder EDV-Notdienst, die Infratix GmbH bietet ihren Kunden umfangreichen Service und schnelle Lösungen für alle Fragen rund um den Computer. Dabei greifen die beiden Gründer Frank Deßmann, Diplom-Wirtschaftsinformatiker und Eike Holtz, Diplom Wasserwirtschaftler, auf mehrjährige Erfahrungen im Bereich IT-Sicherheit und Softwarequalitätssicherung zurück. Im Februar 2010 gründeten sie ihr Unternehmen mit Sitz in Magdeburg.

Speziell für die Zielgruppe der Einzelunternehmen und Mittelständler bietet Infratix neben den klassischen Dienstleistungen eines IT-Systemhauses vor allem Lösungen mit individuell abgestimmten Konditionen und flexiblen Lizenzmodellen. Für viele Herausforderungen stellt das Team bereits komplette Lösungspakete bereit, etwa für das Kundenbeziehungsmanagement über Telefon, Fax, E-Mail, die Verwaltung von Dokumenten, Terminen und Kontakten. Zudem gehört die Anpassungs- und Erweiterungsprogrammierung für diese Lösungen zum Service.

Insbesondere Unternehmen mit komplexem Projektmanagement profitieren von der zum Teil selbst entwickelten Software der IT-Experten. So können beispielsweise Dateien über verschiedene PCs und Notebooks ohne nennenswerten Mehraufwand synchronisiert und gleichzeitig verlässlich gesichert werden. Dabei kann sowohl online als auch offline auf die Daten zurückgegriffen werden.

Um für jeden Kunden das effektivste Computersystem einzurichten, ist den Jungunternehmern, die bei der Gründung vom Hochschulgründernetzwerk unterstützt wurden, der Dialog mit ihren Auftraggebern besonders wichtig. Im Gespräch werden die spezifischen Anforderungen analysiert, geeignete Komponenten ausgewählt und dabei unnötig hohe Kosten vermieden. Vom Beratungsgespräch über die Konzeption bis zum betriebsbereit installierten System vergehen dann meist nur wenige Werktage. Auch nach dem Kauf ist der Kunde nicht auf sich allein gestellt – Infratix übernimmt die gewünschten Serviceleistungen und bieten sämtliches Qualitätszubehör an. Wenn Daten beschädigt sind und das Netzwerk oder EDV-System nicht mehr funktionieren, kann man ebenfalls auf die Expertise von Frank Deßmann und Eike Holtz zurückgreifen. Für ihre Kunden stellen sie einen 24-Stunden-Notdienst zur Verfügung.

Wenn die beiden Unternehmer heute noch einmal gründen würden, würden sie einiges anders machen. Auf ihrem Weg in den Chefsessel mussten sie bislang einige Hürden überwinden. Den Schritt in die Selbstständigkeit haben sie dennoch nicht bereut.

Unser Tipp für angehende Gründer: „Der Weg wird nie so laufen, wie man sich das am Anfang ausgedacht hat. Aber bleibt man flexibel und reagiert kurzfristig auf die Änderungen der äußeren Umstände, dann erreicht man sein Ziel.“

Einen goldenen Masterplan zur Umsetzung einer eigenen Idee gebe es jedoch nicht, da sind sie sich sicher. Einen Erfolg konnten sie dennoch verbuchen: Beim landesweiten Businessplanwettbewerb ego.-BUSINESS belegten sie in der zweiten Phase den zweiten Platz in der Kategorie Technologie.

http://infratix.de

Juli 2011: Michael Antons - Interanton

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: J. Kühl + A. Lacroix

Wer baut heute noch mit Lehm? Michael Antons aus Halle zum Beispiel. Der Gründer der Firma „Interanton - Raum | Klima | Gestaltung“ holt den Lehmbau aus der Nische der Denkmalpflege hervor und möchte ihn auf dem zukunftsgewandten Wohnungsmarkt etablieren. Der diplomierte Innenarchitekt und ausgebildete Möbeltischler verwendet u.a. diesen traditionellen Baustoff in neuem Kontext und gestaltet Räume unter energetischen Gesichtspunkten. Damit verknüpft er sein künstlerisch-gestalterisches Studium mit den Leistungen des unabhängigen Energieberaters. Ab Oktober 2011 ist er auf der Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle als Energieberater zu finden. Damit hat der Wahl-Hallenser, der vor elf Jahren zum Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in die Saalestadt kam, ein Geschäftsfeld betreten, in dem bisher vor allem Ingenieure, Baubiologen und Architekten ihre Dienste anbieten.

Seine Philosophie in der Gestaltung ist: Die Schaffung klarer Räume, deren Zuschnitt und Ausstattung zielgerichtet auf die Abläufe und Gewohnheiten des Nutzers abgestimmt sind. Darin fügen sich schlichte, funktionale Möbel und Leuchten ein. Aus dem Zusammenspiel findiger Konstruktionsdetails, ausdrucksstarker Materialien und Farbakzente ergeben sich den Raum belebende Elemente. Die eingesetzten Materialien werden projektbezogen auf ökologische und energetische Sinnhaftigkeit überprüft. Dauerhaftigkeit einerseits und Rückführbarkeit in den Verwertungskreislauf durch transparente und zerlegbare Konstruktionen andererseits haben Priorität. Hier kommen innovative Holzwerkstoffe, Linoleum, natürliches Gewebe und andere altbewährte und neu aufgelegte Rohstoffe zum Einsatz.

Ein gutes Beispiel: eine lehmverputzte Wand. Der jahrtausendalte Baustoff Lehm ist – kontrastreich eingesetzt - nicht nur ein Hingucker, er hat vor allemraumklimatische Vorzüge: Schon ein zwei Zentimeter dicker Putz wirkt baubiologisch Wunder, da Lehm die Feuchtigkeit reguliert und damit der Schimmelbildung vorbeugt. Zudem speichert er Wärme, was zur Energieeinsparung beiträgt. Insbesondere das gestalterische Potential reizt Antons bei der Verwendung von Lehm – ob flächig, ornamental strukturiert, reliefartig oder farbig pigmentiert, der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Der Nutzen von Lehmprojekten ist für seine Zielgruppe – gestaltungsorientierte, energiebewusste Wohnungseigentümer und Unternehmen – vielfältig: Lehm ist kostengünstig, überall verfügbar und 100% wiederverwertbar.

Michael Antons setzt vor allem auf den Dialog mit seinen Kunden. Wichtig ist ihm dabei, das Anliegen seines Auftraggebers genau zu erörtern, um dann gemeinsam zu einer Lösung zu gelangen. Dem Jungunternehmer gefällt seine vielfältige Tätigkeit aus konzeptueller Planung, Material- und Technologie-Recherche und Begleitung der Realisierung. „Ich habe  mit Werkstoffen, mit Farbe, Licht und Raum zu tun, sowie mit Menschen und ihren Arbeits- und Lebensmodellen, das macht meine Arbeit spannend und sehr anregend“, sagt Michael Antons.

Persönlich anzutreffen ist der Vater zweier Kinder, je nach  Anforderung der Arbeit, am Schreibtisch zuhause, in seiner Werkstatt, oder im halleschen Coworking-Space „halle&co“. Dort schätzt er neben dem  offenen und bereichernden Arbeitsumfeld auch die „weichen Standortfaktoren“, wie etwa den Kuchen der Konditorei Hopfgarten. In seiner Arbeitsweise spiegelt sich wohl auch sein persönliches Motto wieder: Immer in Bewegung bleiben!

Für sein Ziel, die Verknüpfung von Energie/Klima und Raum/Gestaltung als Marke zu etablieren und in Kooperation mit Unternehmen komplexe Projekte zu realisieren, wäre Stillstand ebenso hinderlich wie für seine Kreativität, von der er als Gestalter lebt.

Und so hat Michael Antons gleich zwei dynamische Tipps für angehende Gründer:

1.: Kommt nach Halle!

2.: Macht`s immer wieder anders!

Wie der alte Baustoff Lehm in modernes Wohnumfeld integriert werden kann, zeigt das Projekt Musterwohnung für die Hallesche Wohnungsgenossenschaft „Freiheit“ eG. Gemeinsam mit Studierenden der Kunsthochschule Halle hat Antons eine 3-Zimmer-Wohnung in der halleschen Südstadt völlig neu gestaltet. Beim bundesweiten „Tag der Architektur“ am 25. und 26. Juni 2011 gehörte die Musterwohnung zu einer der Stationen, die in Sachsen-Anhalt öffentlich besichtigt werden konnten. Weitere Projekte dieser Art – die Gestaltung einer zweiten Musterwohnung, eines Hochhausfoyers und eines Restaurants – sind bereits in Arbeit. Einen Eindruck von diesem und anderen Projekten können sich Interessierte auf der Homepage des Gestalters verschaffen, die gleichermaßen als Portfolio und Kommunikationsmedium dient.

 

www.interanton.de

August 2011: Eva Maria Gauß

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: A. Lacroix

Abstraktes anschaulich machen, ins Gespräch kommen und eine Brücke von der Wissenschaft zur Kunst schlagen – Herausforderungen, denen Eva Maria Gauß aus Halle in ihrer Tätigkeit als Dramaturgin, Performerin und Sprecherin gerecht werden möchte. Die selbstständige Unternehmerin bietet dramaturgische Beratung im Bereich der künstlerischen Wissenschaftskommunikation an, ein Feld, das heute mehr und mehr an Bedeutung gewinnt: Veranstaltungen wie die in vielen Universitätsstädten stattfindende „Lange Nacht der Wissenschaften“, „Science-Slams“ oder Erlebnisausstellungen haben das Ziel, Expertenwissen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Überdies nehmen auch Theater zunehmend wissenschaftliche Themen in den Blick und versuchen einen gesellschaftlichen Diskurs zu den wissenschaftlichen Entwicklungen anzustoßen.

Für diese Entwicklung gibt es bislang jedoch kaum Experten, die sich in beiden Feldern auskennen und beide Wissensbereiche – Wissenschaft und Kunst – verknüpfen und systematisch weiter entwickeln können. Eva Maria Gauß verfügt über dieses Profil und verbindet praktische Bühnenerfahrung mit wissenschaftlicher Ausbildung: sie verfügt über einen Magisterabschluss in Philosophie und Theaterwissenschaft sowie über ein Diplom als Sprechwissenschaftlerin. Mit ihrem Dienstleistungsangebot besetzt sie eine Nische: Das Spektrum ihrer dramaturgischen Tätigkeiten reicht von der kuratorisch-dramaturgischen Betreuung von Veranstaltungen (z.B. Festivals, Veranstaltungsreihen) über Produktionsdramaturgie von Theateraufführungen in eher klassischem Rahmen bis hin zum Angebot, innovative Formate, z.B. Lecture Performances, dramaturgisch zu entwickeln und umzusetzen. Sowohl Universitäten, Forschungseinrichtungen im geistes- und naturwissenschaftlichem Bereich als auch Kulturakteuren oder anderen Akteuren in der Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft möchte sie diese Verknüpfungskompetenz anbieten. Ihr zweites Standbein bildet die Sprecherziehung, unter anderem als Lehrkraft für den Bereich der künstlerischen Sprecherziehung, insbesondere für Schauspielstudenten. Des Weiteren bietet Eva Maria Gauß rhetorische Workshops und Einzelunterricht für Menschen an, die in der Öffentlichkeit sprechen, beispielsweise für Wissenschaftler und Politiker.

Ergänzend möchte sie ihre fachliche Arbeit und Expertise in Form von Fachpublikationen bekannt machen. Inwiefern die Bühne ein „Labor“ für das Denken sein kann, wurde bei dem jüngsten Projekt von Eva Maria Gauß hinterfragt. In Kooperation mit der Theater und Orchester GmbH Halle und der halleschen Universität entwickelte sie das Konzept für „soundcheck philosophie“, einem Philosophie-Festival das vom 16. bis 18. Juni 2011 auf hallescher Bühne stattfand. Das Festival erprobt, entdeckt, diskutiert, erarbeitet und präsentiert im öffentlichen Raum eines Theaters spielerische und performative Vermittlungsformate komplizierter Gedankengänge. Aktuell bereitet die Performance-Künstlerin im Auftrag des österreichischen Bundeskanzleramtes eine 40-minütige so genannte „Lecture Performance“ zum Thema „Gleichbehandlung“ vor. In der Aufführung, in der Eva Maria Gauß zugleich als Dramaturgin, Autorin, Regisseurin, Bühnenbildnerin und Schauspielerin agiert, werden durch theatrale Bilder philosophische Theorien veranschaulicht. Projektionen, Szenen und Situationen in denen das Publikum ins Gespräch kommt und sich beteiligt gehören zum Konzept. Neben der stetigen Erweiterung ihres Netzwerkes mit Partnern aus Theatern, Bildungsinstitutionen und staatlichen Einrichtungen ist im nächsten Schritt ein professioneller Internetauftritt geplant. Langfristig und bei guter Auftragslage könnte sich die Unternehmerin, die auf dem Weg in die Selbständigkeit vom Hochschulgründernetzwerk bei der Erstellung des Businessplans unterstützt wurde, auch eine Arbeit im Team vorstellen.

„Ein fruchtbarer Gedankenaustausch ist so anregend wie ein schwarzer Kaffee“ steht auf einer Postkarte über dem Schreibtisch der Gründerin. Für Eva Maria Gauß ein Leitgedanke, sowohl privat als auch auf der Bühne.

September 2011: hanke+schwandt

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: A. Lacroix

Tom Hanke und Martin Schwandt machen Unsichtbares sichtbar; Unmögliches möglich. Objekte aller Art werden von den beiden halleschen Designern zum Leben erweckt. Mit Projektoren, Lautsprechern, Sensoren, Motoren, Kameras, Licht, Displays und vernetzten Rechnern kreieren sie Bild- und Toncollagen, konzipieren Räume und dreidimensionale Szenerien, fertigen unkonventionelle Installationen und Apparate. Die Betrachter und Nutzer können so nicht nur optisch, sondern auch haptisch und interaktiv erfahren und erleben. Durch ihre multimedialen Installationen und interaktiven Objekte schaffen sie es, komplexe Sachverhalte oder Technologien anschaulich und für jedermann verständlich darzustellen.

Seit Januar 2010 sind Hanke + Schwandt ein eingespieltes Team und die Chefs ihres eigenen Unternehmens Hanke + Schwandt – raum.technik.gestaltung, mit Sitz in Halle. Kennengelernt haben sich die beiden Diplom-Designer beim gemeinsamen Studium im Fach Produktdesign an der Bauhaus-Universität Weimar. Schnell stellten sie bei der Arbeit an gemeinsamen Projekten fest, dass sie menschlich harmonieren und sich ihre fachlichen Kompetenzen gut ergänzen: Das Duo vereint Erfahrungen in elektro- und medientechnischer Gestaltung (Tom Hanke) mit Kompetenz in formaler Konzeption und Konstruktion (Martin Schwandt). Damit decken sie ein breites Spektrum ab und können die meisten ihrer Projekte zu zweit – quasi aus einer Hand – umsetzen. Für die Realisierung komplexer Projekte steht ihnen zudem neben einer professioneller Modellbau- und Elektronikwerkstatt ein breites Netzwerk aus engagierten Spezialisten zur Verfügung.

Auftraggeber der Partnergesellschaft Hanke+Schwandt sind meist Museen, öffentliche Einrichtungen, Stiftungen und Unternehmen. Oft kommen die Gestalter dann ins Spiel, wenn Ausstellungs- und Messepräsentationen den Standardrahmen verlassen und spezielle Lösungen gesucht werden. So wie im Beispiel der interaktiven Installationen zur IBA 2010 (http://www.hanke-schwandt.de/bitterfeld.html), wo die Designer die Vernetzung der beiden neu zusammengeschlossenen Städte Bitterfeld und Wolfen visualisiert haben. Mehrere tausend Besucher nutzen die Installation – eine Mischung aus greifbaren kinetischen Elementen, einer gedruckten Karte und dynamischen Medienzuspielungen. Für Aufsehen sorgten sie mit dem multimedialen Messestand für das in der Region ansässige Unternehmen Gollmann Kommissioniersysteme GmbH (http://www.hanke-schwandt.de/gollmann.html). Interaktiv erfahrbar für den Benutzer ist auch der Panorama-Pavillon, den das Designbüro für die Bewerbung Halles zur Stadt der Wissenschaft 2012 entwickelt hat. Der Halle-Globus, eine 360 Grad-Installation, zeigt Ansichten der Saalestadt - vom Marktplatz, Weinberg Campus, Landesmuseum für Vorgeschichte bis hin zu unbekannten Orten, die es gilt zu entdecken.

Gemeinsames Büro, gemeinsamer beruflicher Alltag, gemeinsame Geschäfte – nicht jede Freundschaft ist diesen Herausforderungen gewachsen. Um Problemen und Krisensituationen schon im Vorfeld aus dem Weg zu gehen oder diese zumindest zu vermeiden, holten sich die beiden Freunde und Geschäftspartner vor der Teamgründung die Meinung neutraler Dritter ein. In einem professionell begleiteten Coaching haben sich Tom Hanke und Martin Schwandt vor der Gründung über ihre Erwartungen ausgetauscht.

Unser Tipp für angehende Gründer:

„Bei einer Teamgründung ist ein Teamcoaching sehr hilfreich, um bekannten Problemen bei gleichberechtigten Entscheidern aus dem Weg zu gehen oder bestehende Differenzen aufzulösen. Professionelle Hilfe, die für Existenzgründer oft günstig oder sogar kostenfrei zur Verfügung steht, sollte von Beginn an genutzt werden.“

 

Beim Blick in die Zukunft zeigt sich das Erfolgsduo optimistisch: Bei stärkerer Kontinuität von Neuaufträgen und erfolgreichen Eigenentwicklungen wollen sie ihr Team erweitern, um für größere und parallele Projekte strukturell gewappnet zu sein. Langfristig wollen sie Projekte akquirieren, für die sie als Generalunternehmen die Verantwortung für Konzeption, Gestaltung & technische Umsetzung übernehmen. Weitere Informationen zum Unternehmen und Impressionen zahlreicher Projekte findet man unter www.hanke-schwandt.de.

Oktober 2011: Jana Zober-Kühne

Foto: M. Behne; behnelux.de; Text: J. Kühl

Für Jana Zober-Kühne beginnt ihr Beruf dort, wo Angehörige oder Behörden an ihre Grenzen stoßen. Als freiberufliche Betreuerin unterstützt Sie Betroffene, die in Folge einer körperlichen, seelischen oder geistigen Einschränkung nicht in der Lage sind, ihre Anliegen selbst zu besorgen. Anstatt eines Vormundes kann sie begleitend und betreuend tätig werden, wo rechtliche und fachliche Kompetenzen gefragt sind. Als studierte Juristin hilft sie Betroffenen vor allem in den Bereichen Vermögen, Gesundheit, Wohnung, Aufenthalt sowie Rechts- und Behördenangelegenheiten. Bei mittlerweile 30 parallel betreuten Personen ergibt sich dabei ein vielfältiges Tätigkeitsfeld. Vor ihrem Schritt in die Selbstständigkeit hat Jana Zober-Kühne schon 1½ Jahre als ehrenamtliche Betreuerin ihre Hilfe angeboten. Mit der zunehmenden Anzahl an Betreuten war dann der Übergang in die Selbstständigkeit das nächste Ziel. Seit 25. Juli diesen Jahres ist Jana Zober Kühne als freiberufliche und gerichtlich bestellte Betreuerin tätig und teilt sich mit drei weiteren Berufsbetreuern ein Büro in Halle. Damit lebt sie ihren Tipp für angehende Existenzgründer am eigenen Beispiel vor:

"Netzwerke aufbauen, bestehende nutzen und Berufserfahrene mit ins Boot holen."

 

An Ihrer Selbstständigkeit schätzt sie vor allem die neue Unabhängigkeit und Flexibilität, die es ihr erlauben, neben dem Beruf ihre Zulassung zur Rechtsanwältin voranzutreiben und auch weiterhin ehrenamtlich mit bedürftigen Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Die Anzahl an Betreuten will sie dabei weiter ausbauen, jedoch auf maximal 50 Personen, um weiter flexibel zu bleiben. Schließlich seien es die Vernünftigen, die bloß durchhalten; die Leidenschaftlichen jedoch, die auch leben.

November 2011: Relaxdays GmbH

Foto: M. Behne; behnelux.de; Text: A. Lacroix

Martin Menz liebt was er tut – online handeln und dabei wachsen und wachsen; und das in jeder Hinsicht. Im Partykeller seiner Eltern fing im Jahr 2006 alles an. Auf 15 Quadratmetern legte er den Grundstein für sein heutiges erfolgreiches Unternehmen Relaxdays mit Sitz in Halle. 25 Mitarbeiter beschäftigt der 26-jährige GmbH-Geschäftsführer mittlerweile. Sein neubezogener Firmensitz in der Berliner Straße mit Büro- und Lagerräumen hat sich auf 10.000 Quadratmeter vergrößert. 1.000 Sendungen verlassen jeden  Tag das Lager von Relaxdays, zur Weihnachtszeit sogar bis zu 4.000 Pakete, gefüllt mit Haushaltsartikeln aller Art, von der Eieruhr über Fahrradhelme und Autozubehör bis zur Luftgitarre. Wenn der Firmeninhaber heute bei nationalen und internationalen Lieferanten einkauft, macht er das im großen Stil - Container- oder Palettenweise. Über 2.000 verschiedene Artikel sind in seinem Lager stets verfügbar.

Martin Menz sitzt nicht gern still, lieber bewegt er etwas. Schon während des Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität in Halle machte er sich selbstständig und verkaufte zunächst über eBay Kopfmassagegeräte. Ein guter Start für den damaligen Studenten, die Nachfrage war groß, das Geschäft mit Wellnessprodukten florierte. Die Marke „Relaxdays“ etablierte sich. Im Januar 2007 bezog er mit zwei Mitarbeitern sein erstes eigenes Büro in der Innenstadt und erweiterte sein Sortiment. Schließlich musste er sich entscheiden: Unternehmen statt Studium.

Mein Tipp für andere Gründer:

„Nicht immer nur planen, quatschen und reden, sondern einfach mal machen. Nur so sammelt man eigene Erfahrungen, verbessert sich und seine Arbeitsweise und kommt seinen gesteckten Zielen näher!“

Der Erfolg gibt dem tüchtigen Geschäftsmann heute Recht. In der Praxis habe er mehr und schneller gelernt als im Vorlesungssaal, glaubt er. Zudem stehe ihm von Beginn an ein kompetenter Unternehmensberater zur Seite, der die Gründung begleitete.  Großen Anteil an der guten Entwicklung hat auch sein Team: „Ohne meine Mitarbeiter wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin“, sagt der sympathische Firmenchef. Viele seiner Angestellten sind älter als er, manche bis zu 30 Jahre. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zeichnete ihn dafür mit dem Preis „Unternehmen mit Weitblick 2009“ aus. Martin Menz profitiert von den Berufserfahrungen seiner Angestellten und hält stets Ausschau nach neuen klugen Köpfen, die das Team bereichern. In den kommenden Jahren will er weitere Arbeitsplätze schaffen und sein Sortiment erweitern.

Jeden Tag nimmt Relaxdays fünf bis zehn neue Artikel in das Sortiment auf – alles außer Lebensmittel und Kleidung.  Ein eigenes Content-Team aus Textern und Fotografen testet, beschreibt und fotografiert alle neuen Produkte. Zudem hat er  Mitarbeiter für den Kundendienst, Einkauf, die Verwaltung, im Lager sowie einen Fachmann für IT.  Fünf Auszubildende werden bei Relaxdays  zur Bürokauffrau/zum Bürokaufmann oder als Fachkraft für Lagerlogistik ausgebildet. Aufgabe von Martin Menz ist es vor allem die Prozesse in seinem stetig wachsenden Unternehmen zu optimieren und Kontakte mit Kunden zu pflegen. Verkauft wird mittlerweile auf drei Plattformen – auf eBay, Amazon und im eigenen Internetshop. Besonders nachgefragt sind Teeboxen und Zitronenpressen. Das richtige Gespür für Trendartikel ist eine Zutat für das Erfolgsrezept von Martin Menz. Schnelle Lieferzeiten (1-2 Tage), günstige Preise und die ständige Verfügbarkeit der angebotenen Artikel seien weitere Zutaten, meint der Hallenser, der sich bei der Ansiedlung ganz bewusst für seine Heimatstadt und die Region entschieden hat. Unterstützung durch Fremdkapital musste der junge Unternehmer bislang nicht in Anspruch nehmen, darauf ist er besonders stolz. In der Firma Relaxdays ist der Name Programm: „Meine Mitarbeiter sollen sich auch außerhalb der Arbeit verwirklichen. Auf geregelte Arbeitszeiten, Zeit für Hobbies, Familie und Freunde lege ich auch persönlich großen Wert“, sagt der Jungunternehmer.

www.relaxdays.de

Die Firma RelaxDays sucht stetig E-Commerce-affine-Mitarbeiter, auch in Führungspositionen. Interessierte können sich per Mail an backoffice@relaxdays.de bewerben.



Dezember 2011: Studio ToKoMotion

Foto: M. Behne; behnelux.de; Text: C. Behrens

Tobias Kolodziey ist großer Filmfan, der insgeheim davon träumt, eigene Filme zu produzieren. Für sein Studium verschlug es den 1982 geborenen Hallenser daher zunächst ins sächsische Mittweida, wo er an der dortigen Hochschule Medienmanagement studierte. Im Laufe dieses Studiums kam er zum ersten Mal mit der Kunst des animierten Filmes in Kontakt. Motiviert durch einen seiner Professoren entdeckte er seine Passion für das kreative Produzieren und nahm bald schon erfolgreich an einem Wettbewerb für Animationsfilme teil. Ein Praktikum bei der MotionWorks GmbH in Halle, einer Produktionsfirma für computeranimierte Kinderfilme, sollte zudem seinen beruflichen Werdegang entscheidend in Richtung Animation lenken, denn in dieser Zeit erhielt er Einblicke in die spannende Arbeit von Kreativen und Freiberuflern der Branche. Aus dem Praktikum ergab sich in der Folge eine längere Zusammenarbeit mit MotionWorks im Bereich der Produktionskoordination und Künstlerbetreuung. Seine Erfahrungen mit der Animation von Kinderfilmen brachten ihn auf die Idee, sich indes einem etwas anderen Genre zu widmen: dem animierten Film für ein erwachsenes Publikum. In Deutschland haben Animationsfilme, die nicht konkret für Kinder konzipiert sind, noch lange nicht denselben Stellenwert wie in anderen Ländern in Europa oder Amerika. Aufgrund dieser noch wenig bedienten Nische hat sich Tobias Kolodziey entschieden, einen ersten Schritt in diese Richtung zu gehen: „Studio ToKoMotion“ taufte er sein Unternehmen, das er schließlich im November 2011 gründete. Neben 3D-Visualisierung und Charakter-Design ist auch die Produktion von Animationsfilmen Bestandteil der Angebotspalette. Dabei arbeitet Studio ToKoMotion mit einem Netzwerk aus nationalen und internationalen Kreativen zusammen, um maßgeschneiderte Konzepte für die Kunden zu kreieren. Das Angebot des Hochschulgründernetzwerkes nutzte Tobias Kolodziey bei der Entwicklung seines Geschäftskonzeptes und beim gemeinsamen Ausarbeiten des Business- und Finanzplans.

Heute sitzt der Studio ToKoMotion-Gründer sozusagen im Nachbarbüro seines einstigen Sprungbrettes MotionsWorks, denn auch er hat sich für das Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle als Standort für seine Gründung entschieden. Ausschlaggebend dafür war die ausgezeichnete Infrastruktur des Hauses, die er schon zu Zeiten seiner Tätigkeit bei MotionWorks zu schätzen gelernt hatte. Die hervorragende technische Ausstattung samt Service und die passende Bürogröße, besonders aber das ansässige Netzwerk aus branchennahen Firmen empfindet er als Nachwuchs-Unternehmer als perfekt geeignet für seine Projekte. Eines davon befindet sich derzeit noch in der Entwicklung: „i-sculptures“ nennt er seine virtuellen Figuren und beschreibt sie geheimnisvoll als eine Art „Madame Tussauds für den PC“.

Als klassischen „Unternehmertyp“ hat sich Tobias Kolodziey lange Zeit selbst nicht gesehen, doch seine Erfahrung mit Freiberuflern und die Einblicke in deren vielfältiges Arbeitsleben haben ihn ermutigt, seine Ideen in Eigenregie umsetzen zu wollen. Angehenden Gründern würde er aus eigener Erfahrung raten, sich frühzeitig von erfahrener Seite beraten zu lassen, die eigenen Ideen zu verfolgen, weiterzuentwickeln und besonders den Mut zur selbständigen Gründung zu beweisen. Tobias Kolodziey’s Motto für Nachwuchsgründer:

Mein Tipp für andere Gründer:

"Man bereut immer das, was man nicht ausprobiert hat."

Dass man vielleicht nicht als Unternehmer geboren wird, aber zu einem erfolgreichen werden kann, ist seine Überzeugung. Ohne Zweifel sollte man dazu einige Eigenschaften als Voraussetzung mitbringen, viele Dinge kann man jedoch in der Praxis lernen. So hat sich Tobias Kolodziey bei seiner Zusammenarbeit mit Freiberuflern einige Kniffe der Profis abgeschaut, sich in Besprechungen Anreize geholt, wie man später selbst in wichtigen Situationen entscheiden würde. Kurz: Neugier ist für ihn wohl die wichtigste Tugend beim Gründen, aber auch danach sollte man wissbegierig bleiben und stets dazulernen wollen. Auch wenn die derzeitige Phase nach der abgeschlossenen Unternehmensgründung noch recht arbeitsintensiv ist, freut sich der Kopf vom Studio ToKoMotion, sein Projekt in Kürze endlich am realen Markt zu „testen“ und Kunden vom Potential seiner Idee zu überzeugen. Denn ein bisschen sieht sich Tobias Kolodziey in der Tradition großer Filmemacher, wenn er schmunzelnd Roland Emmerich zitiert: „Man sollte für seine Ideen brennen.“

Das Firmenprofil von Studio ToKoMotion, die gesamte Angebotspalette und der Online-Shop für die „i-sculptures“ sind unter www.tokomotion.eu aufrufbar!

Januar 2012: Martin Wetzel

Foto: M. Behne; behnelux.de, Text: A. Lacroix

Als freiberuflicher Diplom-Designer bietet Martin Wetzel aus Halle differenzierte, individuelle und konkrete Gestaltungslösungen an. Ob Unternehmensauftritte, die Gestaltung von Konsumgütern und Industrieprodukten, freie oder technische Illustrationen oder die Entwicklung von Informationsträgern und Messeauftritten - durch seine Ausbildungs- und Arbeitsbiografie verfügt der Gestalter über umfangreiche Erfahrung und fundiertes Fachwissen aus Industrie- und Grafikdesign und bildender Kunst.

Der gelernte Werkzeugmacher studierte nach seiner Ausbildung an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Industriedesign und arbeitete im Anschluss bei verschiedenen halleschen Werbefirmen. Von 2003 bis 2005 erprobte er bereits erfolgreich die Selbstständigkeit und arbeitete als freiberuflicher Grafiker, wechselte dann jedoch wieder in eine feste Anstellung. Im Dezember 2011 entschied er sich erneut für die eigene Unternehmung und etabliert aktuell sein eigenes Atelier mit Werkstatt in Halle-Kröllwitz. Unterstützt wurde Martin Wetzel bei seiner Gründung vom Hochschulgründernetzwerk, unter anderen bei der Entwicklung seines Geschäftsplans und der Antragsstellung des Gründungszuschusses der Agentur für Arbeit.

Seinen Auftraggebern – mittelständische Unternehmen im Bereich Handwerk, Handel, Industrie und öffentliche Institutionen in Mitteldeutschland - bietet er durch die Verknüpfung von technischem, handwerklichem und gestalterischem Fachwissen ganzheitliche Lösungen aus einer Hand an. So kann er seinen Kunden beispielsweise sowohl die Entwicklung eines Firmensignets und des gesamten Corporate Designs offerieren als auch die zur Unternehmenskultur passende Gestaltung der Internetpräsenz, der Inneneinrichtung, die Fassaden- und Fahrzeugbeschriftung sowie den Messeauftritt des Unternehmens. Vorteile der ganzheitlichen Gestaltungsleistungen für den Kunden sind nicht nur die professionelle einheitliche äußere Wahrnehmung, sondern auch optimierte Arbeitsabläufe und geringe Kosten. Über das breite Leistungsangebot informiert der Einzelunternehmer in naher Zukunft auf seiner momentan entstehenden Internetpräsenz www.lautbunt.de. Zudem können Interessenten das ansprechend und informativ gestaltete Imagefaltblatt des Designers per Mail an post@lautbundt.de anfordern.

Ferner möchte Martin Wetzel Schülern und Jugendlichen, die sich auf ein künstlerisches/gestalterisches Studium vorbereiten wollen, in seinem Atelier Zeichenkurse, Farb- und Kompositionslehre anbieten. Er selbst ist seit dem 15. Lebensjahr zeichnerisch aktiv, geprägt vom künstlerischen Familienumfeld. Sein Vater, ebenfalls unter dem Namen Martin Wetzel bekannt, war Bildhauer, die Mutter Malerin. Auch zwei seiner drei Brüder haben diesen Weg eingeschlagen und verdienen sich als Bildhauer und Restaurator. Beim Blick in die Zukunft denkt der Gründer auch an die Etablierung von Ausstellungen seiner Werke in Galerien in der Region. Einen Eindruck von seiner Malerei kann man sich schon heute im Atelier des Hallensers verschaffen, wo große farbenprächtige Ölgemälde den Blick gefangen nehmen. Insbesondere menschliche Figuren und Landschaften interessieren den Künstler, der sich beim kreativen Schaffen gern von Hemingway und Bukowski inspirieren lässt.

Tipp für andere angehende Gründer: Persönliche Kontakte schon vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit zu knüpfen, ist essentiell für einen optimalen Start einer Unternehmung.

Februar 2012: Christian Jakobitz - Vanable

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: C. Behrens

Wenn der Wetterbericht und die Windrichtung stimmen, hält Menschen wie Christian Jakobitz nichts mehr auf: als passionierter Windsurfer packt er dann all sein Equipment in seinen Kleinbus und bricht auf Richtung Wasser. Lässt es die Zeit zu, steuert er seinen Van auch mal durch halb Europa, um an den besten Surfer-Stränden in Spanien, Frankreich und Italien seiner windigen Leidenschaft zu frönen. Auf Unabhängigkeit kommt es Christian Jakobitz dabei an, denn wenn der Wind in einer Bucht nachlässt, verstaut er sein Surfboard und sonstiges Zubehör in seinem Bus und fährt einfach zum nächsten vielversprechenden Ufer. Das Leben im Bus gehört für ihn als Surf-Nomade einfach dazu, sein Kleintransporter ist auf Reisen dann nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Stau- und Schlafraum zugleich, was natürlich einige Anforderungen an das entsprechende Vehikel stellt. So war es im Grunde naheliegend, dass ihm auf einer seiner Touren eine zukunftsträchtige Idee kam: um den Komfort beim Reisen nicht zu kurz kommen zu lassen und gleichzeitig aber auch genug Stauraum fürs Gepäck beizubehalten, entwarf Christian Jakobitz ein Reisebett, das aus jedem Van ein Wohnmobil macht und gab ihm den schlüssigen Namen Vanable.

Als Industriemeister der Elektrotechnik und Student der technischen Betriebswirtschaft an der Hochschule Merseburg brachte der frisch gebackene Erfinder von Haus aus bereits all das Know-How mit, was seiner Idee zu einer erfolgreichen Umsetzung verhelfen sollte. In Wolf-Dietrich Knoll, Professor für Konstruktionstechnik an der Hochschule Merseburg, fand Jakobitz außerdem einen kompetenten Ansprechpartner, der ihm bei der Suche nach einem passenden Team für die technische Umsetzung seiner Idee behilflich war. Ganz gezielt nutzte Christian Jakobitz das Angebot seiner Hochschule, die Menschen mit Ideen und Studierende mit technischem Wissen im Rahmen eines Praxisseminars zusammen bringt. Während dieser Projektarbeit probierten sich die angehenden Ingenieure an der Vanable-Problemstellung aus, von deren Lösung letztlich beide Seiten gleichermaßen profitierten: Christian Jakobitz erhielt am Semesterende sein technisch ausgereiftes Produkt, die Studenten hatten neben ihrer Prüfungsleistung auch noch wertvolle Praxiserfahrung erworben – so anschaulich kann Wissens-und Technologietransfer in der Praxis funktionieren! Diese Synergie-Effekte haben es dem Vanable-Erfinder im Februar 2010 schließlich ermöglicht, seine Idee endlich mit dem eigenen Unternehmen Kojatec umzusetzen und fortan an der Vermarktung seines Produktes zu arbeiten.

Auch nach der Gründung erwiesen sich die ansässigen Netzwerke auf dem Merseburger Hochschulcampus als überaus Gewinn bringend: in den Nachbarn seines neuen Firmenbüros fand der Jungunternehmer schnell Freunde, aus denen sogar bald Geschäftspartner wurden. Heute haben sie die professionelle Gestaltung seiner Internetpräsenz übernommen. Gleichermaßen nahe liegend suchte Christian Jakobitz nach alternativen Vertriebswegen für sein Produkt und fragte kurzerhand bei regionalen Autohändlern an, die Kleinbusse, Vans und Kleintransporter vertreiben. Sein Argument: ein anschaulich platziertes Vanable könnte dem potentiellen Kunden einen Anreiz mehr bieten, sich einen Kleinbus zu kaufen – so ergäbe sich für Autohändler und Vanable-Anbieter ein Mehrwert, der beiden Seiten keine zusätzlichen Kosten verursacht. Einige Autohändler marktführender Hersteller haben sich davon schon begeistern lassen und vermeldeten erste ernsthaft interessierte Kunden. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen sind nach Jakobitz‘ Erfahrung regelrecht dankbar für solche kostensparenden Synergie-Effekte, für die die geografische Nähe zueinander ausschlaggebend ist.

Christian Jakobitz‘ Einfallsreichtum drückt sich in seinem Motto aus:

„Wer erfolgreich sein will, sollte nach Lösungen suchen und nicht nach Problemen!“

Das positive Feedback seiner Geschäftspartner gibt ihm dahingehend Recht. Seine Tipps an gründungsinteressierte Studierende sind gleichermaßen praxisorientiert: Wenn man von seiner Idee überzeugt ist, sollte man möglichst noch während des Studiums gründen. Entsprechende Angebote der Hochschule - wie etwa das erwähnte Praxisseminar oder betriebswirtschaftliche Vorlesungen - sollte man dann direkt für die eigenen Gründungszwecke nutzen, womit auch die Motivation beim zielorientierten Lernen steigen würde. Nicht weniger wichtig sei es, schon frühzeitig Aufgabenbereiche zu delegieren und zu organisieren, sonst könne einem auch das beste Gründungsvorhaben schnell buchstäblich über den Kopf wachsen. Netzwerke sind dabei unerlässlich, ein waches Unternehmer-Auge könne sozusagen jede neue – und auch private - Bekanntschaft auf Geschäftspartner-Potential scannen. Unerlässlich für den Erfolg einer Unternehmung sei außerdem eine externe Einschätzung von Kennerseite, die sich Christian Jakobitz auf Empfehlung des Professors beim Hochschulgründernetzwerk abholte. Fühlt man sich als Gründer gut beraten und betreut, ließen sich auch die langen Wartezeiten auf Fristen und Bescheide leichter ertragen, auf die man sich während des Gründungsprozess einstellen sollte.

Das Vanable in Aktion und alle weiteren Informationen finden Sie unter www.vanable.de!

Das Hochschulgründernetzwerk bietet interessierten Gründern in Kooperation mit der HS Merseburg ähnliche Praxisseminare an, die zur erfolgreichen Umsetzung von „Vanable“ beigetragen haben.

Erfahren Sie mehr unter www.hochschulgruender.net/praxisseminare!

März 2012: Anne Rößler

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: A. Lacroix

Eine Gründung ist wie eine Hochzeit – im besten Fall geht man einen Bund fürs Leben ein. Anne Rößler hat diesen Schritt gleich zwei Mal gewagt. Im Januar 2011 machte sie sich mit ihrem Designstudio „AR-Design“ als Freiberuflerin selbstständig. Im letzten Herbst hat sie ein lebenslanges Bündnis mit ihrem Ehemann geschlossen. Mit der Keramik ist die 30-Jährige, die ursprünglich aus Spremberg bei Cottbus stammt und später zum Studium nach Halle kam, schon seit dem Teenageralter verbandelt. Ab der siebten Klasse besuchte sie regelmäßig eine Keramikarbeitsgemeinschaft und zeigte von Anfang an Talent und vor allem Spaß am Modellieren. Nach dem Abitur meisterte sie den einwöchigen Eignungstest für die Ausbildung zur Figurenkeramformerin (Bossiererin) an der weltbekannten Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen. Mit dem Handwerksbrief in der Tasche kam sie 2004 an die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, wo sie Keramik –und Glasdesign studierte. Halle wurde schließlich zu ihrer Heimat, nicht zuletzt weil sie hier die große Liebe fand und darüber hinaus optimale Bedingungen für den Start einer eigenen Unternehmung. Im Sommer 2011 bezog sie mit zwei befreundeten Designerinnen eine moderne Keramikwerkstatt im Handwerkerhof am Thüringer Bahnhof in Halle.

Zusammen agieren sie als Designstudio Pfeifer/Rößler/Salzwedel (www.designstudio-halle.de), dabei haben alle drei Frauen ihren eigenen Stil. Markenzeichen von Anne Rößler sind – geprägt durch ihre Zeit in Meißen - Tierfiguren aus Porzellan. Giraffen, Elefanten und Löwen schmücken die Regale der lichtdurchfluteten und gemütlichen Werkstatt. Daneben reihen sich Vasen, Becher, und Tassen auf. Filigranere Arbeiten, wie Ohrringe, Ketten und anderen Schmuck aus Keramik macht sie am liebsten zuhause, in der eingerichteten Arbeitsecke im heimischen Wohnzimmer. Feinstes Porzellan, von Anne Rößler handbemalt, verziert mit bunten Perlen, Steinen, Filz, goldenen und silbernen Metallelementen, arrangiert in vielfältigen Formen. Jedes Teilchen ein Unikat.

Nicht nur schön auch funktional sind die Produkte und Objekte der jungen Gestalterin, darunter unter anderem extravagante Lampen. So auch das von Anne Rößler entworfene Whiskey-Set, das bald Anwendung bei Verkostungen der edlen Brände finden soll. Eine bayerische Manufaktur produziert derzeit die Serie, die aus einem formschönen Glas mit Abdeckung (durch das Abdecken der Whisky-Gläser kann sich das Aroma des Whiskys in aller Ruhe im Glas entfalten), einer Wasserkaraffe und einem Tablett besteht. Inspirationen und vor allem Kennerwissen holte sich die Whiskey-Genießerin während eines Schottland-Aufenthalts und dem Besuch ansässiger Destillen.

Ein zweites Standbein möchte sich die Designerin mit der Herstellung innovativer Fliesen aufbauen, für die sie bereits ein Geschmacksmuster beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet hat. „Sinus“ nennt sie die dreidimensionalen, fliesenartigen Elemente, die unter anderem Anwendung als Massageböden z.B. in Kur-, Wellness- und medizinischen Einrichtungen, aber auch im privaten Raum finden sollen. Sie trainieren mit ihren dreidimensional gewölbten Elementen den Gleichgewichtssinn und stimulieren müde Füße. „Laufen auf diesen ungewohnten Oberflächen kreiert ein neues Fußgefühl und belebt die Sinne“, meint die Schöpferin der neuartigen Fliesen. Durch die manufakturelle Herstellungsweise ist es möglich, relativ schnell und einfach auf Kundenwünsche einzugehen, das heißt, Produkte in anderen Farben (Masse und Glasuren) herzustellen, Ornamente und Dekore aufzubringen o. ä. Auch bildhafte Gestaltungen und Wandbilder mit „Sinus“ sind denkbar. Um das Vorhaben weiter voranzutreiben, sucht Anne Rößler Verstärkung. Einen/eine MitstreiterIn im Bereich Marketing und Vertrieb, der sie in der Weiterentwicklung des Businessplans und der Entwicklung von Vertriebs- und Marketingstrategien unterstützt. Zudem soll gemeinsam mit einem/einer MaterialwissenschaftlerIn das Produkt in verschiedenen Materialen wie Keramik, Glas, Metall und Kunststoffen weiterentwickelt und ein Prototyp erstellt werden. Interessierte können sich direkt bei Anne Rößler melden. Zukunftsversion der ambitionierten und kreativen Designerin ist die Serienproduktion ihrer Sinus-Fliesen und die Anwendung in vielen Bereichen der Innenarchitektur.

Mein Tipp für andere angehende Gründer: „Als Unternehmerin steht man vor vielen neuen Aufgaben. Deshalb ist es ist wichtig, sich in Gebieten, in denen man noch nicht so wissend, weiterzubilden. Vielfältige Möglichkeiten bietet das Hochschulgründernetzwerk, insbesondere wenn es darum geht, seine Geschäftsidee auf Papier zu bringen und zu strukturieren und die nächsten Schritte zu planen. Ein guter Geschäftsplan macht die Umsetzung wesentlich leichter.“

Dass sich die Anstrengung lohnt zeigt die erfolgreiche Teilnahme der Gründerin beim landesweiten Businessplanwettbewerb im vergangenen Jahr. Der Businessplan von Anne Rößler wurde in der finalen Phase mit dem zweiten Platz in der Kategorie „Kreativ“ prämiert. Zu sehen sind die Produkte von Anne Rößler und ihren Mitstreiterinnen Elke Pfeifer und Christina Salzwedel u.a. vom 9. – 11. März 2012 auf der „Blickfang“, einer internationalen Designmesse in Stuttgart. Schmökern und Kaufen kann man die Tischkeramik, Porzellanfiguren, Schmuckstücke und vieles mehr auch auf ihrem Onlineportal http://www.anneroessler.de sowie in ihrem Online-DaWanda-Shop unter http://de.dawanda.com/shop/AnneR-Design.

April 2012: 3A Makler Netzwerk Blumenauer / Alexander Retzlaff

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: A. Lacroix

Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen und sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen – Alexander Retzlaff fühlt sich wohl in seiner Rolle als Geschäftsführer eines Immobilienmaklerbüros. Der Gedanke, sein eigener Chef zu sein, begleitet ihn schon seit dem Teenageralter. Schon immer, ob im Fußballverein, im Trainingslager oder später als Reiseleiter für Jugendgruppen, nahm er gern die Zügel in die Hand. Heute im Alter von 27 Jahren führt er die Geschäfte der Immobiliengruppe Retzlaff GbR, die er Anfang des Jahres 2009 als Franchisenehmer unter der Flagge des 3A Makler Netzwerks gründete. Da 3A Maklernetzwerk Blumenauer ist eines der größten in Deutschland und koordiniert mehr als 25 Büros in Deutschland, Spanien, Kanada und Malta. Jeder 3A-Franchise- und 3A-Lizenznehmer ist ein rechtlich eigenständiges Unternehmen.

Die Entscheidung für die Immobilienbranche ergab sich nicht zufällig, schon seit der Wende sind Alexander Retzlaff und seine Familie im Immobiliengeschäft tätig. Anfang des Jahres 2009 setzten er und seine Mutter Steffi Retzlaff schließlich ihre gemeinsam entwickelte und sorgfältige geplante Geschäftsidee um und gründeten ihr eigenes Maklerbüro mit Sitz am Hallmarkt. Gemeinsamer Anspruch von Mutter und Sohn war es, sich von Beginn an aus der Masse abzuheben und eine Alleinstellung zu entwickeln. Bei rund 250 Maklern im Raum Halle ein ehrgeiziges Ziel, dem das junge Unternehmen, so glaubt Retzlaff, in der dreijährigen Geschäftstätigkeit schon sehr nahe gekommen ist. Den Schlüssel zum Erfolg sieht der junge Firmenchef im „Franchising-Modell“, das er als große Chance für Gründer begreift und sich immer wieder dafür entscheiden würde. So konnte er als Franchisenehmer von Anfang an von dem erfolgreichen Unternehmenskonzept des 3A Maklernetzwerks Blumenauer profitieren. Die überregionale Bekanntheit und das gute Image seines Franchisegebers war bei der Akquise von Auftraggebern Türöffner. Die Alleinstellung gegenüber Mitbewerbern war damit gegeben. Vorteile sieht Retzlaff auch im geringen Kapitalaufwand, der sich für Gründer ergibt. Weniger als 10.000 Euro investierte der Unternehmer für die 3A-Lizenz und konnte damit auf ein professionelles Corporate Design – vom Firmenlogo bis zur Webseite – zurückgreifen, sich die seit Jahrzehnten erprobte Marketingstrategie des Netzwerks zu Nutze machen und Aus- und Weiterbildungsangebote für Personal nutzen. Ein Aufwand, den man sonst als Alleingründer zu Beginn meist nicht leisten kann.

Mein Tipp für angehende Gründer:

 „Franchising ist eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Warum das Rad neu erfinden? Man sollte vorab jedoch genau die Konditionen prüfen, etwa wenn es um die Einstiegskosten und die Umsatzbeteiligung geht. Wichtig ist auch ein gutes, idealerweise ein persönliches Verhältnis zu seinem Franchisegeber“.

13 Mitarbeiter hat Alexander Retzlaff, der Betriebswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität Halle studierte, heute.  Alle spezialisiert auf verschiedenen Fachgebieten. Zu den Leistungen des Maklerbüros gehören die Vermietung und Verkauf von Wohnungen in der Region, der Verkauf von Häusern und  Renditeimmobilien sowie die Vermietung von Laden- Büro- und Praxisflächen. Die Kunden-Datei des halleschen Maklerbüros füllen mittlerweile 11.000 Einträge, im Schnitt werden rund 150 aktuelle Immobilienangebote auf dem eigenen Portal und darüber hinaus auf 25 anderen Immobilienportalen vorgestellt.

Gutes Personal zu finden, war die größte Herausforderung für den jungen Chef, der an sich selbst und sein Team hohe Ansprüche stellt. Einen guten Überblick über den Markt und vor allem Fachwissen, etwa bei der Einschätzung des Sach- und Marktwerts von Immobilien, fordert er von seinen Mitarbeitern. Alexander Retzlaff weiß was er will und jeden einzelnen in seinem Team zu schätzen. Auch die Zusammenarbeit mit seiner Mutter, als Geschäftspartnerin auf Augenhöhe, war zu Beginn ungewöhnlich und konfliktreich. Heute spricht er von einem harmonischen Verhältnis, sowohl privat als auch geschäftlich und ist froh, seine Mutter auch als erfahrene Unternehmerin an seiner Seite zu haben.  

Im Geschäftsalltag hat Alexander Retzlaff nur noch wenig mit dem eigentlichen „Makeln“, also dem Vermitteln von Immobilien zu tun. Als Geschäftsführer ist er federführend für die Koordination und Führung von 3A in Halle und der Region Sachsen, Thüringen sowie Sachsen-Anhalt verantwortlich. Von Halle als logistischen Mittelpunkt aus betreut er die Franchisenehmer der Region, organisiert das Schulungs- und Weiterbildungsprogramm und hat die überregionale, konzeptionelle Gestaltung des Werbeauftrittes und der Marketingausrichtung der Marke 3A in der Hand. Beim Blick in die nahe Zukunft ist der umtriebige Unternehmer optimistisch: In den nächsten zwei Jahren will er 3A in Halle als Marktführer etablieren und sein Team auf 15 Mitarbeiter erweitern. Zudem will er als Franchisegeber ein breites Filialnetz aufbauen. Noch fünf Büros sollen in diesem Jahr im Süden Sachsen-Anhalts entstehen, 2013 plant er acht weitere Filialen in Mitteldeutschland zu etablieren. Regelmäßig informiert er dazu in Workshops zum Berufsbild der Immobilienvermittlung sowie zum Thema Franchising und stellt interessierten Gründern in der Immobilienwirtschaft das 3A Netzwerk und die Einstiegsmöglichkeiten vor. Für Alexander Retzlaff ist Franchising nicht nur ein Modell, er lebt es als Gesamtkonzept und ist Netzwerker durch und durch.

 

 

 

Mai 2012: Rania El-Azzami: Cultivation Japan

Foto: M. Behne, behnelux.de; Text: C. Behrens

Jônetsu – Japanisch für „Leidenschaft“ - ist, was Rania El-Azzami zu ihrer Unternehmensidee „Cultivation Japan“ motiviert hat: ihre Passion für die Sprache und Kultur Japans.

Das Konzept von „Cultivation Japan“ bietet einen Service für japanische Sprache  und Interkulturelle Beratung und startet ab Sommer  2012 zunächst mit dem Geschäftsbereich Sprache. Angeboten werden  individuelle Einzeltrainings sowie Intensivkurse mit Gruppencharakter, in denen über eine ganzheitliche Sprachausbildung hinaus auch unverzichtbare Einsichten in die kulturellen Gepflogenheiten Japans vermittelt werden. 
Rania El-Azzami legt bei ihrem Kursangebot besonderen Wert darauf, persönlich auf ihre Kunden einzugehen, individuell Erwartungen und Vorgehen abzusprechen und so ein optimiertes Lernen zu ermöglichen - egal, ob die Kursteilnehmer aus privatem Interesse oder beruflicher Notwendigkeit einen professionell geleiteten Einstieg in den japanischen Kulturkreis wünschen. Nach der Anlaufphase ihrer Gründung sollen weitere Geschäftsbereiche folgen, die die Inhaberin  derzeit noch vorbereitet. „Cultivation Japan“ soll schließlich ein Verbindungsstück zu Japan werden, das dem deutschen Raum sämtliche Facetten des Landes näher bringen soll.


Für die Hallenserin mit arabischen Wurzeln ist die Frage nach den Ursprüngen ihrer Japan-Faszination bei weitem nicht so exotisch zu beantworten wie es vielleicht vermuten lässt:  Klang und Melodie der fernöstlichen Sprache hatten Rania El-Azzami schon früh in ihren Bann gezogen.  Nach dem Abitur waren es ihre Sprachaffinität und –sensibilität, die ihre Studienwahl auf das Fach Japanologie fallen ließ, das sie mittlerweile mit einem weiterführenden Master  erfolgreich abgeschlossen hat. Während dieses Studiums verbrachte sie längere Zeit im „Land der aufgehenden Sonne", wobei sie grundlegende Kompetenzen in dem für Europäer oft nicht ganz einfachen kulturellen  Regelwerk der japanischen Umgangsformen erlernte und ihre eigenen Sprachkenntnisse kontinuierlich trainierte. Gegen Ende ihres Masters dann konkretisierte sich Rania El-Azzamis Idee, diese persönlichen Erfahrungen auf einer geschäftlichen Basis mit anderen Japan-Interessierten zu teilen. 

Als ambitionierte Einzelkämpferin hatte sie Selbstvertrauen genug, aus ihrer Japan-Leidenschaft eine Profession zu machen. Zu diesem Zweck nahm die angehende Gründerin ein Zweitstudium im Bereich „Business Economics“ auf, um gezielt betriebswirtschaftliches Fachwissen für ihre beabsichtige Gründung zu erwerben.

Seit Januar 2012 meistert Rania El-Azzami nun nicht nur ihr internationales  Zweit-Studium, sondern ist zusätzlich noch Inhaberin von „Cultivation Japan“ – eine Doppelbelastung, die nicht zu unterschätzen ist. Auch wenn die Priorität auf der Geschäftsgründung liegt, ist es durch den hohen inhaltlichen und zeitlichen Aufwand im Studium jedoch oftmals schwer, den Focus allein auf dem Business zu bewahren.  Allerdings, betont die frisch gebackene Jungunternehmerin, sei alles eine Frage des Managements,  gepaart mit der unverzichtbaren Leidenschaft für die eigene Unternehmung. So ist der Spagat zwischen einem Stundenplan von 20 Semesterwochenstunden und den mehrstündigen Einzeltrainings ihrer Japanisch-Schüler durchaus zu bewältigen, wenn man mit Enthusiasmus in die Kurse geht.
Für Rania El-Azzami selbst hat sich die Geschäftsgründung im Studium als  gelungene Entscheidung erwiesen: sie schätzt den vorteilhaften Studierenden-Status, in dem man sich selbst in der Vereinbarkeit von Studium und Nebenberuflichkeit austesten kann, ohne ein zu hohes Risiko einzugehen. Außerdem nimmt die Nachwuchsgründerin quasi zeitgleich zu ihrer eigenen Gründung viele wichtigen Informationen beispielsweise aus dem Businessplan Seminar mit, das die Universität Halle in diesem Sommersemester gemeinsam mit dem Hochschulgründernetzwerk anbietet. Die frühzeitige Beratung durch das erfahrene Gründernetzwerk schätzt Rania El-Azzami ebenso wie dessen vielfältige Angebote: so steht ihre Teilnahme an der 16. Gründerakademie Ende Mai fest, in deren Rahmen sie sich besonders auf das abendliche Networking beim Gründer- und Unternehmertreff freut. Von den Erfahrungen anderer kann man selbst nur profitieren, wenn man diese für die eigenen Zwecke überprüft und gegebenenfalls annimmt.

So lautet auch Rania El-Azzamis Tipp für angehende Gründer:

 „Sei so selbstbewusst wie du es selbst für richtig hältst, aber sei auch so professionell, auf andere zu hören und deren Meinungen zuzulassen.“

In Kürze können Sie hier die Internetpräsenz von „Cultivation Japan“ abrufen und die ganze Palette von Rania El-Azzamis Angeboten einsehen!